Samstag, 2. März 2013

Blogparade: Blogger gegen (Cyber-)Mobbing


Nach dem tollen Post von Flo, dem Initiator unserer FB-Blogger & Austausch-Gruppe, gibts heute meinen Beitrag zur Blogparade:

Ich freue mich Teil dieser Bloggergemeinschaft über "Cybermobbing" zu sein und auch meinen Artikel dazu beitragen zu dürfen. Bei mir wird es sich aber nicht ausschließlich um "Cybermobbing" sondern auch um das "alltägliche" Mobbing in der Schule, Arbeit etc. handeln.

Zu aller erst muss ich sagen: als ich ein Kind war (ich bin jetzt 20 Jahre) gabs das Problem mit (Cyber-)Mobbing eigentlich gar nicht bzw. es wurde nicht so breit getreten - und schon gar nicht bei uns auf dem Land. Der Grund ist ganz einfach: die wenigsten Familien in meinem Umfeld hatten einen Computer, geschweige denn ein Smartphone! Das Phänomen von Cyberbulling trat erst auf, als den Kindern in den Schulen der Umgang mit dem Computer und den neuen Medien, wie etwa das Internet, gezeigt und angelernt wurden. 

Ich erinnere mich noch sehr gut: Ich war ca. 12 als uns mein Vater zu Hause das Internet angeschafft hat und ich das erste Mal zu Hause surfen durfte. Damals waren diese Chatrooms total interessant und beinahe jeder war eingelogged und konnte sich miteinander "unterhalten". Das einzige Problem war damals: es gab noch keine Flatrates bzw. unbegrenztes Internet kannte auch keiner. Wir hatten ebenfalls nur begrenzes Internet von 500 MB pro Monat zur Vergügung - was heutzutage kaum vorstellbar ist!

Ich war auch gerne in diesen Chatrooms unterwegs, meistens schrieb ich aber nur mit meinen Freundinnen und nicht mit Anderen. Der Trend zu den Chatrooms flaute allerdings schnell wieder ab - zumindest in meinem Freundeskreis. Wir trafen uns immer viel lieber auf einen Kaffee oder bei jemanden zu Hause und tauschten dort den allerneusten Klatsch und Tratsch aus.

Ein Smartphone bekam ich erst mit 16 Jahren und finde es auch gar nicht schlimm, dass es nicht früher passiert ist. Meinen Facebook-Account habe ich 2009 erstellt und bereue es ehrlich gesagt schön langsam. Ich habe damals viele, viele Fotos online gestellt, sei es von der Schulzeit, von ganz früher, als ich ein Kind war, vom Fortgehen oder sonstige private Momente. Diese Fotos habe ich dann nach einiger Zeit alle wieder gelöscht, weil ich dann plötzlich nicht mehr wollte, dass sie jeder meiner "Freunde" auf Facebook sehen kann - aber wie wir ja mittlerweile alle wissen: gelöschte Fotos sind nie wirklich verschwunden, sondern schwillen noch irgendwo in der großen weiten Welt des World Wide Web herum. Und das macht mir persönlch schon ein bisschen Angst! Euch nicht?

Zurück zur Smartphone-Thematik: Wenn ich mir mittlerweile die ganzen 10 Jährigen anschaue, die mit ihrem Samsung oder iPhone Smartphone herumlaufen und proletieren, frage ich mich schon oft: Muss das denn wirklich sein?

Und die Antwort darauf ist: JA, leider. Und warum? Es ist ganz einfach: Bist du ein Junge oder ein Mädchen in der Hauptschule/Gymnasium, dessen Eltern die gleiche Meinung vertreten wie ich ("Ein Smartphone als Kind muss nicht unbedingt sein!") wirst du von deinen Mitschülern gehänselt. 

Ich habe es hautnah erlebt: Mein Stiefbruder geht gerade in die zweite Klasse Hauptschule und ist 12 Jahre alt. Er hatte noch nie ein Mobiltelefon, bis ihm seine Mutter - für Notfälle wohlgemerkt - eines gekauft hat. Es war kein Smartphone, sondern ein herkömmliches Mobiltelefon, das noch Tasten und keinen Touchscreen besaß. Für den Anfang ganz gut - dachten wir zumindest. Doch in der Schule wurde der Junge eines besseres belehrt: Er wurde gehänselt, weil er kein iPhone oder Samsung hatte und nicht die neusten Apps ect., das heutzutage quasi "Standard" ist?! Er wurde doch tatsächlich fast ein halbes Jahr durchgehend von seinen Mitschülern gemobbt!

Meinen Stiefbruder hat das immer so sehr getroffen, dass er oft weinend von der Schule heimkam und wir letztendlich den Entschluss fassten, dass wir alle für seinen Geburtstag Geld zusammenlegen sodass er sich davon ein Smartphone kaufen konnte.

Er entschied sich für eines von Samsung und war fortan der beliebsteste Junge seiner Clique. Für mich, als NOKIA 3310-Kind total unverständlich, wie man einen Mitmenschen nur auf solch einen blöden Alltagsgegenständ reduzieren kann. Ich frage mich ernsthaft: sind denn persönliche Eigenschaften wie Freundlichkeit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft eh nichts mehr Wert für eine gute Freundschaft?

Noch etwas zum Thema Facebook: Kennt ihr diese Seiten, zum Beispiel: "Österreichs bzw. Deutschlands schönste Frauen", bei denen Mädchen/Frauen ihre Fotos einschicken können und diese dann von anderen Nutzern bewertet werden? Unter einigen Bildern finden sich dann Kommentare wie zum Beispiel: "Hässlich"oder sogar Schlimmere wie "Schlampe"... Ich frage mich, was in einer Frau los sein muss, dass sie so etwas tut und sich solch einer Situation freiwillig aussetzt? 

Beispiel: der Selbstmord von Amanda Todd:

Das wird jetzt für einige vielleicht herzlos und gleichgültig klingen, aber meiner Meinung nach hat sie auch Mitschuld an dem, was ihr widerfahren ist. Zur Erklärung: Sie hat einem Mann in einem Chatroom Fotos von ihren Brüsten geschickt, dies wurde öffentlich und danach wurde sie gemobbt: Er erstellte zum Beispiel eine Facebook-Seite und ihre Brüste waren das Profilbild....

Sie hat einige Tage/Woche vor ihrem Tod dieses Video auf Youtube veröffentlicht:


Fakt ist, sie ist nicht der einzige Fall von Cyberbulling! Aber ihr Fall ging um die Welt, weil sie ein Youtube Video daraus gemacht hat und so die ganze Welt an ihrem Schicksal teil haben ließ. Allerdings ist mir auch klar, sie war erst 16 und hat vermutlich nicht gewusst, was sie mit ihrem Oben-Ohne-Fotos anrichten wird. 

Beispiel: Alex Wildman:


Dieser 14-Jährige Junge aus Australien beging Selbstmord, nachdem er regelmäßig von seinen Mitschülern geschlagen und gemobbt wurde! Ich bin leider nicht ab aktuellsten Stand der Dinge, aber es wurde davon gesprochen, dass seine Eltern eine Art Aufklärungskampagne in der Schule starten wollten, die die schlimmen Auswikungen von Mobbing behandelt um Mobbing in der Zukunft entgegen zu wirken.

In meiner Schule haben wir damals im Englisch-Unterricht die Thematik "Bullying", und auch Cybermobbing vielmals durchgenommen und ich finde, das ist auch total wichtig, weil es jeden betreffen kann. Vor allem in Schulen gibt es immer wieder einen Fall von Mobbing, der schlimmstenfalls zu Selbstmord führen kann, wenn dem Betroffenen keine Hilfe angeboten wird bzw. den Mobbern/den Bullies nicht erkärt wird, was sie damit anrichten können. 

Es ist wichtig, die Augen nicht zu verschließen, sondern hinzusehen!

Das war mein Beitrag zur Blogparade: Blogger gegen Cybermobbing.

Ich wünsche euch hiermit noch ein schönes Wochenende.

xoxo iaris aka Iris D.

1 Kommentar:

  1. Sehr interessanter Beitrag. Hab ihn wirklich gerne gelesen:)

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